Gefangen auf Izzak | Tagebuch Mavvus – Woche 5

Das Tagebuch von Marccel Mavvus

Marccel berichtet von seinen Erlebnissen auch auf Instagram!

Woche 5

Montag

Auch wenn wir die Aufständischen nicht finden konnten, bin ich davon überzeugt, dass sich auf etwas Großes vorbereiten. Das verrät mir zumindest mein Bauchgefühl. Wie auch immer, dass die Arbeit niedergelegt wird, ist nur eine Frage der Zeit und die Schützende Hand wird das nicht dulden.

Ich bin mir nicht sicher, wie ich nun weiter vorgehen sollte. Den Aufruhr kann ich nicht verhindern, solange ich die Anführer nicht finde und spätestes, wenn dieser ausbricht, wird der Vondur Orden seine Streitkräfte losschicken. Auf jeden Fall sollte ich meinen Bericht an den Rat so weit wie möglich hinauszögern, um weiterzusuchen. Wenn ich Glück hatte, konnte ich mit den Arbeitern verhandeln.

Mittwoch

Xeri und ich haben endlich die Gruppe der aufständischen gefunden. Natürlich waren sie nicht erfreut, dass ich sie entdeckt habe und ließen mich gefangen nehmen. Ich habe mich nicht gewehrt, um ein Blutbad zu vermeiden. Xeri blieb zum Glück unbedeckt und wird die Situation in sicherer Entfernung überwachen und notfalls einschreiten.

Die Wachen haben mich in eine der stillgelegten Minen gebracht und in einen Käfig eingesperrt. Vermutlich wurde dieser ursprünglich zum Transport von Gesteinsbrocken genutzt, zumindest lassen darauf die vielen Kratzer schließen. Wie zu erwarten haben die Arbeiter meine beiden Kryschwerter konfisziert, aber sie scheinen nicht verstanden zu haben, dass ich ein Vondur bin.

Meine Waffen liegen nur unweit von meiner Zelle auf einem Tisch. Theoretisch könnte ich diese mit meinen telekinetischen Kräften erreichen, doch ich warte erst einmal ab. Wenn ich Glück habe, wird der Anführer der Gruppe mit mir sprechen. Dann könnte ich versuchen, mit ihm zu verhandeln und ihm sein Vorhaben auszureden.

Donnerstag (Vormittag)

Wie zu erwarten, konnte ich mit dem Anführer der Aufständischen sprechen. Leider war er extrem uneinsichtig. Er ist bereit, für seine Sache in den Kampf zu ziehen und das Leben der tausenden unbeteiligten Arbeiter zu gefährden. Klar ist sein Unmut gerechtfertigt, aber das gilt jedoch nicht für seine Maßnahmen.

Ich bin am Abwägen, ob es eventuell sinnvoll wäre aus der Zelle auszubrechen und die Gruppe unschädlich zu machen, bevor sie einen Bürgerkrieg auslösen. Aber ist es richtig, diese Leute zu töten? Der Vondur Rat würde jedenfalls nicht zweifeln … Sollte ich ein paar Leben opfern, um das Leben zahlreicher Arbeiter, Bewohner und Soldaten zu retten?

Donnerstag (Abend)

Eine Entscheidung ist unausweichlich. Ich habe gehört, wie der Anführer der Aufständischen einen Anschlag plant. Mache ich nichts, wird die Situation eskalieren. Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis die Streitkräfte der Schützenden Hand einmarschieren und alles dem Erdboden gleich machen. Unmengen Tote, Aufständische, Soldaten und Zivilisten.

Das kann ich unmöglich zulassen. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als mich aus meiner Zelle zu befreien und die Gruppe unschädlich zu machen. Es fällt mir schwer diesen Entschluss zu fassen, den wofür sie kämpfen, kann ich vollkommen nachvollziehen, jedoch ist dieses Ausmaß an Gewalt keine Lösung. Ich werde auf ein passendes Zeitfenster warten und zuschlagen.

Freitag

Liebes Tagebuch,

ich habe gehandelt. Als sich gestern Abend die Gelegenheit bot, habe ich meine telekinetischen Kräfte genutzt, um meine Kryschwerter zu mir zu ziehen. Dann habe ich mich aus meiner Zelle befreit und bin zu der Gruppe der Aufständischen geschlichen.

Es war ein heikler Moment, aber ich musste handeln, um Schlimmeres zu verhindern. Ich habe mich lautlos an den Anführer der Gruppe angeschlichen und ihn außer Gefecht gesetzt, bevor er seinen Anschlag durchführen konnte. Die anderen Aufständischen waren geschockt, als sie sahen, dass ihr Anführer ausgeschaltet war.

Ich habe versucht, mit den restlichen Aufständischen zu sprechen und sie davon zu überzeugen, dass Gewalt nicht die Lösung ist. Ich habe erklärt, dass ich verstehe, dass sie sich gegen die hohen Abgaben und die Unterdrückung durch den Großen Kreis wehren wollen, aber dass es bessere Wege gibt, für ihre Rechte zu kämpfen. Sie waren jedoch zu wütend und verängstigt, um auf mich zu hören.

Daraufhin habe ich die Aufständischen im Kampf überwältigt und gefesselt, um sie an die örtlichen Behörden zu übergeben. Es war keine perfekte Lösung, aber ich hoffe, dass ich so Schlimmeres verhindert habe.

Ich werde nun einen Bericht an den Rat der Vondur verfassen und hoffe, dass sie eine friedliche Lösung für die Situation auf Izzak finden können. Es wird nicht einfach sein, aber ich werde mein Bestes tun, um zu helfen.

Marccel Mavvus